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Zwischen Partnerschaft und Konkurrenz

Mai 2024   /  A+ | a-
Vom Partner zum Gegner: Die Nuancen im Schwertfechten und im Leben

Schwertfechten ist eine der direktesten Formen der Kommunikation. Diese Aussage betone ich immer wieder, weil das Fechten eine sehr klar umrissene Situation darstellt, in der vieles visualisiert werden kann. Heute möchte ich Sie in eine Frage mitnehmen, die mir neulich ein Hörer gestellt hat: „Warum, Christian, redest du eigentlich immer wieder von Gegnern, wenn du über Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung sprichst und das Fechten ins Spiel kommt?“

Diese Frage finde ich außerordentlich wichtig. Früher, als ich als Fechttrainer anfing, habe ich oft stolz verkündet: „Im Schwertkampf haben wir Partner und keine Gegner.“ Damit wollte ich klarmachen, dass es uns nicht darum geht, einander zu verletzen oder Schaden zuzufügen. Es geht darum, gemeinsam einen Sport zu treiben, Spaß zu haben und dabei zu wachsen. Diese Überzeugung vertrete ich bis heute.

Der Unterschied zwischen Partner und Gegner

In den letzten Jahren bin ich jedoch dazu übergegangen, eine deutliche Unterscheidung zu machen. Wir sind heute viel intensiver im Konzept des Freikampfes involviert. Dabei begleite ich Menschen darin, wie sie im Freikampf ihre Ressourcen nutzen und ihr Gegenüber überwinden können. Dies gilt nicht nur in der Fechthalle, sondern auch in Konfliktsituationen im Alltag oder in Unternehmen. Oft fühlt sich die Situation nicht partnerschaftlich an, sondern wie eine Gegnerschaft. Daher trenne ich klar zwischen Partner und Gegner.

Der Partner

Ein Partner ist jemand, mit dem ich das gleiche Ziel habe. Wir unterstützen einander, um zu wachsen und das gesteckte Ziel zu erreichen. In der Fechthalle bedeutet dies, dass wir technische Übungen durchführen: A greift an, B verteidigt sich. Dies ist eine partnerschaftliche Übung. 

Der Gegner

Ein Gegner ist jemand, den ich in der Sache überwinden möchte. Dies kann im Fechten, bei Gerichtsverhandlungen oder in sportlichen Wettkämpfen der Fall sein. Wir haben in einem oder mehreren Punkten konkurrierende Ziele und versuchen diese auch gegen Widerstand durchzusetzen. Mit einem Gegner arbeitet man nicht zusammen, auch wenn dessen Existenz einen mitunter zu höherer Leistung antreiben kann.

Vom Partner zum Gegner

Während wir diese Unterscheidung nun kennen, ist es hilfreich, sich im Alltag immer mal wieder zu fragen, ob wir noch partnerschaftlich unterwegs sind oder ob sich ein Konkurrenzgefühl einschleicht. Das kann z.B. zwischen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Unternehmen vorkommen. Es besteht die Möglichkeit, dass sich im allgemeinen Umgang miteinander oder innerhalb eines Projektteams, konkurrierendes Verhalten einschleicht. Manchmal ist das sogar vom Unternehmen so forciert, in der Hoffnung, dass dies die Mitarbeiter/innen antreibt. Das ist in vielen Situationen jedoch ungünstig und manchmal gefährlich. Denn wenn zwischen Menschen, die ein partnerschaftliches Ziel haben oder partnerschaftlich unterwegs sind, eine konkurrierende Stimmung einschleicht, dann wird ganz schnell aus einem Partner ein Gegner. Den Übergang bemerkt man oft gar nicht, doch mit der Zeit wird das immer stärker und etabliert sich. Das Wichtige ist, wir müssen diese Automatismen durchbrechen; wir müssen erkennen, wann aus einem Partner ein Gegner wird. 

Doch gibt es wie bereits erwähnt auch Situationen, in denen wir bewusst einen Gegner vor uns sehen. Ist dies gewollt - am besten von beiden Seiten - ist dies auch in der Regel in Ordnung. 

Vom Gegner zum Feind

Es ist entscheidend zu verstehen, dass ein Gegner nicht gleich ein Feind ist. Ein Feind ist jemand, dem man auch als Mensch schaden will, nicht nur in der Sache. Diese Grenze zu erkennen und zu wahren, ist essenziell. In Konfliktsituationen, ob im Fechten oder im Alltag, kann diese Grenze jedoch verschwimmen. 

Sensibilität für den Übergang

Es ist wichtig, sensibel für den Übergang vom Gegner zum Feind zu sein. Wenn innere Verletzungen auftreten, kann aus einem Gegner schnell ein Feind werden. Dies kann in einem Konfliktgespräch geschehen, wenn der andere etwas sagt, das tief verletzt. Hier müssen wir achtsam sein und gegebenenfalls eingreifen, bevor die Situation eskaliert.

Fazit: Klare Unterscheidungen treffen

Das Bewusstsein für die unterschiedlichen Rollen – Partner, Gegner und Feind – ist in vielen Lebensbereichen wichtig. Im Schwertfechten spiegelt sich dies klar wider und kann uns lehren, wie wir mit Konflikten und Herausforderungen im Alltag umgehen. Ein respektvoller Umgang mit Partnern, das Erkennen und Akzeptieren von Gegnern und das Vermeiden von Feindschaften sind Schlüsselkompetenzen, die uns helfen, sowohl im Sport als auch im Leben erfolgreich und harmonisch zu agieren.

Ich hoffe, diese Abhandlung konnte etwas Licht in die Thematik bringen und eine adäquate Antwort auf die Frage geben, warum ich im Fechten von Gegnern spreche. Fechten ist ein Abbild unserer Konfliktsituationen und Herausforderungen. Es lehrt uns, unsere Ressourcen zu nutzen und uns mit unterschiedlichen Dynamiken auseinanderzusetzen.

Mehr dazu in meiner Podcast-Folge unten. Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, hinterlassen Sie doch gerne einen Kommentar und natürlich freue ich mich, wenn Sie meinen Podcast (https://christianbott.de/podcast) abonnieren.

Ich wünsche Ihnen viele Partner, Gegner, die Sie formen, und möglichst keine Feinde. Auf eine gute Zeit.

Ihr Trainer und Coach
Christian Bott


 
 

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Tags:  Podcast · Konkurrenz · Konflikt · Team · Kampf
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Christian M. Bott

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