Christian M. Bott - Der mit dem Schwert coacht.

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Lauern, Vorbereiten, Warten

Jul 2024   /  A+ | a-
Heute geht es um das Warten.

Allerdings etwas anders, als Sie es vielleicht gerade erwarten. Ich möchte ein Thema mit Ihnen teilen, das ich oft im Fechten erlebe. 

Warten im Fechten und im Leben

Wenn ich im Fechten meine Leute auf Wettkämpfe und Freikämpfe vorbereite, sage ich oft: Bevor du in den Kontakt gehst, bevor du auf dein Gegenüber zugehst, solltest du grob eine Vorstellung davon haben, was du zu erwarten hast. Was wird dein Gegner oder deine Gegnerin unter Umständen tun? Diese Vorbereitung ist auch in anderen Lebensbereichen wichtig. Bevor wir in eine Herausforderung oder einen Konflikt eintreten, sollten wir eine grobe Vorstellung davon haben, was vor uns liegt.

Warten auf Informationen

Das Bedürfnis nach Informationen ist tief in uns verankert. Wenn Ihr Vorgesetzter beispielsweise sagt: „Kommen Sie bitte heute Nachmittag um 14 Uhr in mein Büro, wir haben etwas zu besprechen“, werden Sie vermutlich zustimmen, aber gleichzeitig denken: „Um was geht es denn?“ Das ist ein natürlicher Impuls, denn wir wollen wissen, was auf uns zukommt.

Warten im Fechten: Eine häufige Fehlannahme

Auch im Fechten ist es so. Die Fechterinnen und Fechter stehen voreinander und forschen einander aus, beobachten sich, versuchen herauszufinden, was ihr Gegenüber im Sinn hat. 
Nun ja, so soll es zumindest sein. Was ich jedoch oft erlebe ist, dass sich beide Fechter und Fechterinnen auf eine gewisse kritische Distanz annähern und dann .... warten. Sie warten und verwechseln das Belauern und Ausforschen mit passivem Beobachten. Wenn beide Fechter und Fechterinnen voreinander stehen und sich auf diese passive Art und Weise beobachten, dann passiert mit diesem Kampf .... nichts! Wenn Sie in einer Konflikt- oder Herausforderungssituation einfach nur warten und beobachten, passiert nichts. Der Kampf, die Situation, der Konflikt wird sich während dieser Zeit nicht entwickeln - zumindest nicht durch Ihr Zutun.

Kontakt aufnehmen

Wenn ich in einem Gespräch bin, tut es gut, miteinander in Kontakt zu kommen, vielleicht ein bisschen Smalltalk zu führen und das Gespräch sich entwickeln zu lassen. Auch mal zu fragen: „Hey, kannst du mir mal deine Sicht erzählen?“ Im Kampf würde man sagen: „Ich gehe mit dir in Kontakt, aber nur so, dass ich deine Bewegung kennenlerne.“ Ich will die Beweggründe im Gespräch kennenlernen. In Herausforderungen ähnlich. Und das passiert nicht, wenn wir an Ort und Stelle stehen und warten.

Noch nicht bereit?

Oft höre ich, dass Menschen, die vor einer Herausforderung stehen, sagen: „Ich fühle mich noch nicht bereit.“ Vielleicht stellen Sie fest: Sie brauchen noch Vorbereitungszeit. Dann fühlen Sie sich womöglich nicht bereit, weil Sie wirklich noch nicht sind. Eventuell müssen Sie noch Kraft sammeln oder aber Sie brauchen noch mehr Informationen.
„Ich fühle mich noch nicht bereit.“ - Das sagen auch Fechterinnen und Fechter. Aber wie lange fühlen Sie sich schon nicht bereit? 

Wenn Sie sich nicht bereit fühlen, dann möchte ich Sie einladen, sich zu fragen: Wie lange fühlen Sie sich schon nicht bereit? Wie lange warten Sie schon? Das ist wichtig. Denn jetzt können wir in die Vergangenheit blicken und uns fragen: „Was hat sich verändert, während ich gewartet habe? Was hat sich an der Situation, in die ich noch nicht eintreten möchte, verändert, während ich schon 1, 2, 3, 4, 10, 100 Tage gewartet habe?“

Wenn Sie feststellen, dass sich nichts verändert hat, dann sind Sie tatsächlich nur im Wartemodus. 

Bewegung ist der Schlüssel

Dann ist es Zeit, sich zu bewegen. Sie brauchen nicht kopflos nach vorne zu rennen, aber Sie müssen sich bewegen, sonst bewegt sich nichts. Sonst bewegt sich die Situation nicht. In einem Freikampf ist es so, dass Ihr Gegenüber jederzeit starten könnte. Wenn Sie sagen: „Ich warte lieber," wissen Sie nicht, wann Ihr Gegenüber denkt: „Warten ist jetzt für mich vorbei.“ - Dann liegt jedoch das Timing nicht in Ihrer Kontrolle. Überraschung erzeugt allerdings in der Regen eine gehörige Portion Stress und nicht nur ist aus diesem Grunde eine taktisch ungünstige Situation.

Lebenssituationen und Herausforderungen

Das gilt natürlich nicht nur in Konflikten. Manchmal sind wir in Lebenssituationen, in denen wie nach Veränderung streben möchten. Das muss nicht die Krise sein. Es kann sein, dass Sie in Ihrem Leben feststellen, dass es Aspekte gibt, mit denen Sie nicht einverstanden sind. Sie möchten etwas verändern. Was tun Sie? Sie müssen nicht gleich wegrennen, den Job kündigen oder die Beziehung beenden. Die Frage ist: Was können Sie tun, um die Situation in Bewegung zu bringen? Es geht immer um Bewegung!

Vorsichtiger Vorstoß

Beim Fechten könnte das bedeuten, leichte Antäuschmanöver durchzuführen, um die Reaktionen des Gegners zu beobachten. Im Alltag sind diese „Antäuschmanöver“ natürlich keine Scheinangriffe und doch können wir durch eigene Überlegungen und im Gespräch mit Außenstehenden ausloten, wie die Situation beschaffen ist, die vor uns liegt. 

Bewegung und Veränderung

Ich lade Sie ein, aus dem Warten in Bewegung zu kommen und falls nötig, eine Strategie für die Vorbereitung zu entwickeln. Reden Sie mit anderen Menschen. Überlegen Sie, was Sie brauchen, um sich so vorzubereiten, dass Sie sagen können: „Ich habe alles getan, was ich tun konnte. Jetzt bleibt nichts mehr zu tun außer der nächste Schritt.“ Während dieser Zeit sind Sie in Bewegung und die Situation verändert sich.

Um aus der Wartezeit in Bewegung zu kommen, lade ich Sie ein, in meine Podcast-Folge hierzu reinzuhören und wünsche Ihnen eine gute Zeit!

Ihr Trainer und Coach
Christian Bott


 
 

Bild von Rocco Stoppoloni auf Pixabay
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E-Mail: mail@christianbott.de
Telefon: 06221 18778540 (Bitte zuvor Termin abstimmen)

Christian M. Bott

Fechtmeister ADFD
Speaker & Autor
Personal Coach XPAND
Business Coach MAY
Mediator MAY (zert.)
Fachsportlehrer DSLV

 

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